Presse Club Hannover
28/06/2026
𝗠𝗮𝗿𝘁𝗶𝗻 𝗞𝗶𝗻𝗱: 𝗨𝗻𝘁𝗲𝗿𝗻𝗲𝗵𝗺𝗲𝗿, 𝗙𝗮𝗺𝗶𝗹𝗶𝗲𝗻𝗺𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵 𝘂𝗻𝗱 𝗹𝗲𝗶𝗱𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵𝗮𝗳𝘁𝗹𝗶𝗰𝗵 𝗲𝗵𝗿𝗲𝗻𝗮𝗺𝘁𝗹𝗶𝗰𝗵 𝗲𝗻𝗴𝗮𝗴𝗶𝗲𝗿𝘁
„Martin Kind muss man ja nicht wirklich vorstellen. Den kennt wirklich jeder!“ Damit startete Heiko Randermann, Reporterchef der HAZ, seine Moderation. Es schloss sich ein einstündiges Gespräch an, in dem es natürlich um Fußball – national und international - um Unternehmertum und Familie, um ehrenamtliches Engagement und wirtschaftlichen Erfolg und um vieles, vieles mehr ging. Martin Kind zeigte sich nahbar und authentisch und gewährte uns auch ganz private Einblicke in sein Leben und seine Familiengeschichte.
Der Presseclubabend fand in der Stanze Gartencenter Lounge der Heinz von Heiden Arena statt. Auf Randermanns Frage, was die Arena für ihn bedeute – Wohnzimmer, Büro oder Baustelle – scherzte Martin Kind: „Baustelle, immer Baustelle“. Als er im September 1997 erstmals den Vorstandsvorsitz von Hannover 96 übernahm, stand der Verein sportlich und finanziell schlecht da. Unter Kind gelang der Neuaufbau. In seiner Amtszeit erfolgte der Umbau des Niedersachsenstadions zur AWD-Arena, der heutigen Heinz von Heiden Arena. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass in Hannover Bundesligaspiele und Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 stattfinden konnten.
Aktuell ist das Stadion wieder einmal Baustelle im wahrsten Sinne des Wortes. Bis zum Start in die neue Zweitligasaison Anfang August müssen die alten blauen Sitzschalen durch schwarz-weiß-grüne Sitzschalen ersetzt werden, die dem neuen Design des Vereins entsprechen. Ein Blick ins Stadionrund zeigte den Mitgliedern und Gästen des Presseclubs: es ist noch einiges zu tun. Wenn es nach Martin Kind geht, dann sollten weitere Veränderungen folgen. Ein Blick in die Stadien in den USA, in denen derzeit die Weltmeisterschaft ausgetragen wird, zeige, was möglich sei. Da könne Hannover noch nicht mithalten.
Natürlich wurden auch die Unterschiede zwischen der rechtlichen Situation des deutschen Profifußballs und den Profiklubs in anderen europäischen Ländern thematisiert. In Deutschland ist der Profifußball nach wie vor fest im Vereinsrecht verankert, während im restlichen Europa die Klubs stärker kapitalmarktorientiert sind. Dass er diese ungleiche Ausgangslage bedauert, ist hinreichend bekannt.
Aber es ging beim Presseclubabend in der Heinz von Heiden Arena nicht nur um Fußball und das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement Martin Kinds für den Fußball in Hannover. Auch der Unternehmer und Familienmensch Martin Kind wurde sichtbar. Der heute 82jährige erinnert sich noch gut an seine Kindheit und Jugend. Schule begeisterte ihn nicht wirklich. Dass er trotzdem sein Abitur erfolgreich hinter sich brachte, kann er sich bis heute nicht recht erklären. Ausgebildet wurde er im Anschluss bei Siemens. Am Ende gab ihm sein Ausbilder und Mentor den guten Rat: „Mach dich selbständig!“
1970 übernahm Martin Kind das Hörgeräte-Fachgeschäft seiner Mutter und entwickelte das Unternehmen zu einem der Marktführer der Hörgerätebranche mit rund 600 Standorten in Deutschland. 2006 trat sein Sohn Alexander in die Kind-Gruppe ein und fungierte fast 20 Jahre lang als gleichberechtigter Geschäftsführer des Unternehmens. 2025 wurde die Hörgerätekette an den dänischen Hörgerätekonzern Demant verkauft, der zu den erfolgreichsten Playern weltweit gehört. Der Vorschlag kam von Alexander Kind, und er wusste seinen Vater mit guten Argumenten zu überzeugen.
Wer aber nun glaubt, damit sei für Martin Kind auch der Punkt für einen endgültigen Rückzug erreicht, der irrt. Auch eine schwere Krankheit Ende 2025 konnte seinen Unternehmungsgeist nicht stoppen. Nach wie vor möchte er Dinge, die ihm am Herzen liegen, bewegen. „Ich bin ein unruhiger Geist,“ erklärte er beim Presseclubabend. „Mir ist wichtig, dass Hannover 96 und die Arena eine gute Zukunft haben.“ Die Weichen dafür sind gestellt. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Hannover ist von Vertrauen geprägt und läuft gut. Besonders glücklich und stolz ist Martin Kind aber auf die 2016 neueröffnete 96-Akademie an der Eilenriede. Die Nachwuchskaderschmiede des Vereins liegt ihm wirklich am Herzen. Am Ende des Abends sprach er eine Einladung für den Presseclub zu einem Besuch des Zentrums aus, der wir gern Folge leisten werden.
Mit diesem besonderen Abend startet der Presse Club Hannover in die diesjährige Sommerpause. Herzlichen Dank an unseren Gastgeber für seine Zeit, seine Gesprächsbereitschaft und die tiefen Einblicke, die er uns ermöglichte. Ein dickes Dankeschön auch an Heiko Randermann für seine wunderbare Moderation des Abends.
Text: Dr. Sabine Wilp
Fotos: Thomas Borcholte, Dr. Sabine Wilp
29/05/2026
𝗔𝘂𝗳 𝗱𝗲𝗻 𝗦𝗽𝘂𝗿𝗲𝗻 𝘃𝗼𝗻 𝗣𝗮𝗹ä𝗼𝗻𝘁𝗼𝗹𝗼𝗴𝗶𝗲, 𝗔𝗿𝗰𝗵ä𝗼𝗹𝗼𝗴𝗶𝗲 𝘂𝗻𝗱 𝗞𝘂𝗹𝘁𝘂𝗿𝗴𝗲𝘀𝗰𝗵𝗶𝗰𝗵𝘁𝗲
Termin: 16.06.2026, 19 Uhr
Ort: Café Ausblick, Podbielskistraße 269, 30655 Hannover
Ich freu mich schon auf den nächsten Presseclubabend. Dann werden wir die wohl jüngsten Vortragenden in der Geschichte des Presse Club Hannover erleben. Seit 2009 können Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Burgdorf Geschichte zum Anfassen erleben. Angeleitet von Dr. Alexander Mlasowsky, Gründer und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Art & Archaelogy Consulting (Artacon) und zugleich Mitglied des Presseclubs.
Er hat das Unternehmen 1997 gegründet, um interessierten Menschen Geologie und die Kulturgeschichte der Menschheit wissenschaftlich korrekt, aber unterhaltsam zu vermitteln. Zum Unternehmen gehört auch ein von fünf Oberstufenschülern gebildetes Filmteam, das Kurzfilme über Paläontologie, Archäologie und Kulturgeschichte dreht und sie auf diversen Plattformen präsentiert.
Beim Presseclubabend im Juni werden wir mehr über Artacon und das Filmteam erfahren. Bitte melden Sie sich an!
https://www.presse-club-hannover.de/artacon
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