Elterninstinkte

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04/05/2022

Im Schatten der kleinen Schwester

Als dein Mamabauch immer größer wurde war ich total aufgeregt. Es musste ja etwas ganz schönes sein, eine Schwester, so wie alle sich freuten.
Dann warst Du aber plötzlich weg Mama, so lange, ich habe dich vermisst.
Dann bist du wiedergekommen und ich habe mich so gefreut. Sie ist so klein und so süß. Ich möchte sie am liebsten immer kuscheln, so wie du. Aber wenn ich das mache sagst du ganz oft „Nein“. Manchmal mache ich es trotzdem, weil ich soooo viel Lust dazu habe, aber dann wirst du so wütend, das macht mir Angst.
Spielen kann sie auch nicht mit mir, deshalb möchte ich gerne mit dir spielen Mama, so wie früher. Da haben wir den ganzen Tag riesige Städte aus Lego gebaut oder haben Ameisen im Wald beobachtet. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann du das letzte Mal sowas Schönes mit mir gemacht hast. So richtig Zeit hast du nur für mich, wenn meine Schwester abends schon vor mir schläft. Ich halte mich dann extra wach, weil ich es so schön finde mit dir allein zu sein, aber oftmals kommen mir die Tränen wegen Kleinigkeiten, weil ich einfach zu müde bin.
Du bist auch viel ungeduldiger mit mir, oft habe ich das Gefühl ich mache alles falsch. Aber dann sagst du mir, dass du mich so lieb hast und es nicht meine Schuld ist, dass es dir manchmal nur auch zu viel ist. Was du damit meinst weiß ich nicht genau, aber ich spüre, dass du mich wirklich so lieb hast und kuschel mich ganz nah an dich. An deinen Rücken, streicheln deine weiche Haut und deine Haare. Du sagst, dass sich das schön anfühlt, ich weiß. Früher hast du das immer bei mir gemacht. Ich vermisse das. Dein Gesicht zu sehen beim einschlafen, deinen Atem zu spüren und mich in deine Arme zu kuscheln. Aber ich weiß ja, das Baby nuckelt.

02/05/2022

Im Oktober letzten Jahres ging ich zum Arzt. Meine Symptome:
•leicht Reizbar
•keinen Antrieb zum Aufstehen
•keine Motivation für den Tag
•keine Libido
•chronische Müdigkeit

Als ich mit meinem 2-jährigen Sohn und meiner 5-Monate jungen Tochter auf dem Arm im Sprechzimmer umherlief, um wenigstens halbwegs erzählen zu können, was mit mir los ist ohne etwas zu vergessen, fragte die Ärztin mich: Wie entlasten Sie sich? Welche Auszeiten haben Sie? Wer kann Ihnen helfen?
Die Diagnose: Erschöpfungsdepression nahe am Burn-Out.
Ich tat etwas, was ich sonst selten mache: Ich bat um Hilfe. Familie und Freunde und sagte ich brauche Unterstützung. Und die Hilfe kam. Menschen nahmen sich Urlaub um mit zu helfen, kochten, putzen und waren die fehlende Hände. Doch es blieben immernoch 2 Kinder die unfassbar viel Aufmerksamkeit benötigten, viele Bedürfnisse hatten. Es blieb dabei, dass ich permanent mindestens ein Kind körperlich an mir kleben hatte, während das zweite an mir zog, weil es ebenfalls ein Stück Mama brauchte. Also machte ich weiter und weiter, was blieb mir auch übrig? Es gab Tage da war es ok und es gab Tage da war es die Hölle. Partnerschaft gibt es zur Zeit nicht. Wenn wir uns abends noch sehen, dann um den nächsten Tag zu planen. Mich gibt es zur Zeit nicht, ich funktioniere und versuche ab und zu diese wertvolle Zeit irgendwie zu genießen. Ja, Familie kann helfen, es ist schön mal 2 Stunden Oma da zu haben. Aber es ändert nichts daran, dass ich seit Jahren müde, erschöpft und overtouched bin. Manchmal hilft nichts, außer Zeit.

Du bist nicht allein ♥️

27/04/2022

Sobald das Kind sprechen kann, Sätze formen und ohne viel Mühe ausdrücken kann, was es sagen möchte, können wir beginnen den Wortschatz des Kindes zu erweitern.

Am besten gelingt das in Situationen, in denen wir mit unserem Kind in enger Verbindung sind, zum Beispiel beim Bücher lesen oder bei der Abendgeschichte. Aber auch Alltagssituationen eignen sich oftmals hervorragend um an dem Wortschatz zu feilen.

Dazu müsst ihr euch gar keinen Plan zurechtlegen oder das gar einüben mit eurem Kind, denn das Kind lernt am besten, wenn es selbst dazu bereit ist und Interesse am Sprechen hat.

Nutze solch eine Gelegenheit und finde Synonyme bei eurer Unterhaltung. So lernt dein Kind die Bedeutung der Wörter in der konkreten Situation kennen und kann diese miteinander verknüpfen.

Für mehr Tipps, wie das in der Praxis an Beispielen aussehen kann, schau dir meine Videos zu dem Thema an!

Fallen dir Wörter ein, die du langsam durch schwierigere ersetzen könntest? Teile sie mit uns in den Kommentaren ♥️⬇️

24/04/2022

Wir alle kennen es. Das Kind beißt uns zum wiederholten Male beim Toben ins Bein. Wir kennen die Gründe. Wir wissen, dass das keine Absicht unseres Kindes ist, dass es die Tragweite seiner Handlungen einfach noch nicht einschätzen kann und sich seinen Emotionen hingibt. Wir bleiben ruhig. Erklären, dass das weh tut. Schlucken den Schrei und den Schmerz hinunter. Und keine Minute später erneut. Diesmal schmerzt es so sehr, dass wir ohne zu überlegen aufschreien. Unser Bewusstsein verändert sich, wir befinden uns im „Fight or Flight“ Modus und auch wenn wir es mich so sehr nicht wollen, wir sind wütend auf diesen kleinen Menschen, der uns gerade so weh getan hat und das sogar noch witzig findet, wenn uns die Tränen in die Augen schießen.

Warum sind wir wütend? Weil wir Menschen sind. Mit Gefühlen. Und wir möchten nicht verletzt werden. Wir möchten verstanden und getröstet werden und uns sicher fühlen. Das ist ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen. Auch eines Erwachsenen.

Wir alle wissen aber: In Anwesenheit von Kindern ist man oftmals alles andere als sicher.

Deshalb beschäftige ich mich in meinen nächsten Beiträgen und Stories ausgiebig mit dem Thema Elternwut und wie wir damit im Alltag umgehen können.

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