Rhein-Ruhr Talk
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04/07/2026
TOOOR, TOOOR, TOOOR, TOOOR!
Am 4. Juli 1954 wurde die Nationalmannschaft der Bundesrepublik zum ersten Mal Fußballweltmeister.
Heute auf den Tag genau vor 72 Jahren schaffte Deutschland die Sensation und schlug Ungarn im WM-Finale im Schweizer Bern mit 3:2 und gewann 9 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges die Fußballweltmeisterschaft.
Nach den schnellen Toren von Férenc Puskás 0:1 (6. Minute) und Zoltán Czibor 0:2 (8. Minute), schaffte es die deutsche Elf tatsächlich noch mit zunächst ebenfalls 2 schnellen Gegentoren, in der ersten Halbzeit, zum Ausgleich. Max Morlock traf in der 10. Minute (2:1) und Helmut Rahn in der 18. (2:2).
Nach einer Zitterpartie in der zweiten Halbzeit, bei strömendem Regen, war es erneut der Essener Helmut Rahn, der in der 84. Minute das erlösende und entscheidende Tor zum Titel „Fußballweltmeister 1954“ erzielte.
Unvergessen ist, wie Reporter Legende Herbert Zimmermann nach dem Rahn Tor rief „TOOOR, TOOOR, TOOOR, TOOOR!“
Kurze Zeit später noch:
„Aus! Aus! Aus! Aus! Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister; schlägt Ungarn mit 3:2 Toren im Finale in Bern.“
Das Wankdorfstadion bebte.
Heute, 72 Jahre später fragt man sich, was ist das für eine Mannschaft auf dem Platz?
Kein Stolz, kein Kampfgeist!
1954 gab es als WM-Sieg-Prämie 1000,- DM, plus 200,- DM pro Einsatz (max. 6 Spiele). Heute ist man vor dem Anpfiff schon so „satt“ mit Millionen auf dem Konto, dass es wohl keinen Ansporn mehr gibt Einsatz zu zeigen.
Verkehrte Welt, die sich häufig auch im Alltag widerspiegelt.
In ein paar Tagen wissen wir, wer den nötigen Tugenden noch entspricht.
Freuen wir uns ohne Neid mit der gewinnenden Mannschaft und Nation.
Text: Frank von Pigage
Fotos: Helmut Rahn und BZ Berner Zeitung
Am 7.7.26 hier bei Rhein-Ruhr Talk:
Ein Jahr tot - René Pascal
Zur Erinnerung ein Video mit einem der letzten Auftritte des kultigen Schlagersängers.
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24/06/2026
Hilfe bei extremer Hitze von bis zu 40 Grad, im Rhein- Ruhrgebiet.
Bei tropischen Nächten (nachts über 20 °C) geht es vor allem darum, die Wärmeaufnahme tagsüber zu reduzieren und den Körper nachts möglichst effizient zu kühlen.
Was tatsächlich gut funktioniert
1. Tagsüber konsequent verschatten
* Rollläden, Außenjalousien oder Markisen schließen, bevor die Sonne die Fenster erreicht.
* Außenliegender Sonnenschutz ist deutlich wirksamer als Vorhänge innen.
* Fenster tagsüber geschlossen halten, wenn es draußen wärmer ist als drinnen.
2. Nachts gezielt lüften
* Sobald die Außentemperatur unter die Innentemperatur fällt: Fenster weit öffnen.
* Querlüften (gegenüberliegende Fenster) schafft deutlich mehr Luftaustausch.
* Früh morgens lüften, bevor die Hitze des Tages zurückkommt.
3. Ventilator richtig einsetzen
* Ein Ventilator senkt die Raumtemperatur kaum, erhöht aber die Verdunstung auf der Haut und kann die gefühlte Temperatur um mehrere Grad reduzieren.
* Besonders wirksam direkt auf den Körper gerichtet.
* Bei sehr trockener Luft kann ein leicht angefeuchtetes Tuch auf Stirn, Nacken oder Füßen zusätzlich helfen.
4. Den Körper kühlen
* Lauwarmes statt eiskaltes Duschen vor dem Schlafengehen.
* Kalte Umschläge an Handgelenken, Unterarmen oder Nacken.
* Leichte Baumwoll- oder Leinenkleidung tragen oder mit möglichst wenig Kleidung schlafen.
5. Bett und Schlafzimmer optimieren
* Leichte Bettwäsche aus Baumwolle oder Leinen.
* Dünne Decke statt dicker Bettdecke.
* Wenn möglich das Schlafzimmer auf der schattigsten Gebäudeseite nutzen.
Was oft überschätzt wird
Ventilator vor einer Schüssel Eis
Der Effekt ist meist begrenzt und nur in unmittelbarer Nähe spürbar. Für einen ganzen Raum bringt das wenig.
Fenster den ganzen Tag gekippt lassen
Wenn es draußen heißer ist als drinnen, holt man sich damit oft nur zusätzliche Wärme ins Haus.
Eiskalte Dusche
Sie kann kurzfristig angenehm sein, führt aber manchmal zu einer Gegenreaktion des Körpers, der anschließend mehr Wärme produziert.
Wenn es mehrere Tage über 30 °C hat.
Dann speichern Gebäude zunehmend Wärme. In solchen Phasen helfen:
* Mobile Klimaanlage oder fest installierte Klimaanlage am effektivsten.
* Entfeuchter können die gefühlte Belastung reduzieren, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist.
* Körperliche Anstrengungen möglichst in die frühen Morgenstunden verlegen.
Für die aktuelle Wetterlage in Deutschland
Besonders in dicht bebauten Städten wie Essen können tropische Nächte durch den sogenannten Wärmeinsel-Effekt deutlich häufiger auftreten als im Umland. Schon wenige Kilometer außerhalb der Stadt kann es nachts mehrere Grad kühler sein.
Für eine Wohnung ohne Klimaanlage bringen nicht alle Maßnahmen gleich viel. Nach dem Verhältnis von Kosten zu Wirkung sollte man sie ungefähr so einordnen:
1. Außenverschattung (größter Effekt)
Kosten: niedrig bis mittel
Wirkung: sehr hoch
* Außenrollläden, Außenjalousien oder notfalls reflektierende Sonnenschutzfolien.
* Besonders wichtig bei Süd- und Westfenstern.
* Die beste Kühlung ist die Wärme gar nicht erst ins Gebäude zu lassen.
2. Leistungsstarker Ventilator
Kosten: 20–80 €
Wirkung: hoch
* Ein guter Stand- oder Turmventilator bringt oft mehr Komfort als viele teurere “Kühl-Gadgets”.
* Nachts direkt auf den Körper gerichtet.
* Bei hoher Luftfeuchtigkeit hilft die Luftbewegung trotzdem oft spürbar.
3. Nachtauskühlung optimieren
Kosten: praktisch keine
Wirkung: hoch
* Abends und früh morgens alle geeigneten Fenster weit öffnen.
* Innentüren offen lassen, damit Luft durch die Wohnung strömen kann.
* Tagsüber wieder schließen.
4. Wärmequellen reduzieren
Kosten: keine
Wirkung: mittel
* Backofen möglichst vermeiden.
* Computer, Spielkonsolen und große Fernseher erzeugen überraschend viel Wärme.
* LED-Beleuchtung statt Halogen.
5. Kühlere Schlafumgebung schaffen
Kosten: gering
Wirkung: mittel
* Leinen- oder Baumwollbettwäsche.
* Dünne Sommerdecke.
* Wärmflasche mit kaltem Wasser füllen und einige Zeit vor dem Schlafengehen ins Bett legen (gut verschlossen).
6. Mobile Klimaanlage
Kosten: hoch
Wirkung: sehr hoch
Für die Lautstärke kein Problem ist, ist dies die einzige Maßnahme, die die Raumtemperatur tatsächlich deutlich senkt. Wichtig ist ein sauber abgedichteter Fensterschlauch; sonst geht viel Leistung verloren.
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Maßnahmen, die oft Geld kosten und wenig bringen
* Mini-Luftkühler (“Arctic Air” und ähnliche Geräte)
* Kleine USB-Klimageräte
* Ventilator + Eiswürfeltrick für ganze Räume
* Luftbefeuchter bei ohnehin schwüler Luft
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Speziell für das Ruhrgebiet
In Städten wie Bochum, Essen, Duisburg oder Dortmund bleibt die Wärme nachts oft lange in Gebäuden und Straßen gespeichert. Deshalb lohnt es sich besonders, bereits am Vormittag zu verschatten, nicht erst wenn die Wohnung heiß geworden ist. Ist die Wohnung einmal auf 28–30 °C aufgeheizt, wird es selbst mit guter Nachtlüftung oft schwierig, sie schnell wieder abzukühlen.
Bei den zu erwartenden bis zu 40 Grad (nachts bis zu 25 Grad), sollte man vernünftig abwägen, was für einen selbst am ehesten durchzuführen ist.
Text: Frank von Pigage
Informationen: diverse, frei zugängliche Quellen und auch von Bund und Ländern
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19/06/2026
Horst Schimanski lebt immer noch, in den Köpfen der Menschen.
Der Schauspieler, der ihn verkörperte, ist heute auf den Tag genau 10 Jahre tot.
Der Kult-Kommissar „Schimmi“, der von Schauspieler Götz George gespielt wurde im Duisburger Tatort, der eigentlich nie im Ruhrgebiet wohnte, hat auch heute noch eine große Fangemeinde.
Der vollständige Name ist eigentlich Götz Karl August George (* 23. Juli 1938 in Berlin; † 19. Juni 2016 in Hamburg).
Er war mehr als fünf Jahrzehnte vor allem im deutschsprachigen Raum durch seine Rollen in Film und Fernsehen bekannt und stand auch auf verschiedenen Theaterbühnen.
Neben seinen unzähligen TV-Rollen, war vor allem für die Menschen im Ruhrgebiet die des Duisburger Hauptkommissars absoluter Kult - bis heute.
Götz George wurde mehrfach ausgezeichnet, so unter anderem mit dem Filmband in Gold des Deutschen Filmpreises, dem Grimme-Preis, der Goldenen Kamera und dem Deutschen Schauspielerpreis für sein Lebenswerk.
2014 erhielt er das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.
Genau heute vor zehn Jahren, am 19.6.2016, starb Götz George nach kurzer, aber schwerer Krankheit an Krebs.
Seine Figur, Horst Schimanski, lebt weiter.
Auch sein Kollege Christian Thanner, der Schauspieler Eberhard Feik, ist unvergessen. Er starb bereits am 18.10.1994 bei einer Radtour an einem Herzinfarkt.
In Duisburg Ruhrort, einem urigen Hafen-Stadtteil, erinnern eine kleine Straße (Horst-Schimanski-Gasse) an den Mimen, genauso wie einige Kneipen in denen gedreht wurde. Da wären die „Anker Bar“ und „Alt Ruhrort“, dessen Wirtin Gerda mit 86 Jahren selbst schon Kult ist. Die Gaststätte ist das reinste Museum. Unzählige Schiffsmodelle, Schifffahrtskarten und natürlich Horst Schimanski Erinnerungen füllen den Raum, indem mittendrin noch ein Billardtisch Platz findet.
Grundsätzlich gilt, wer den Stadtteil besucht, sollte sich Zeit nehmen! In der Ortsmitte gibt es viele leerstehende Ladenlokale und es ist nicht sonderlich hübsch. Wer hier und da mal abbiegt, wundert sich wie stark der Kontrast sein kann. Straßen mit schnuckeligen Häusern und auch Villen.
Eine ehemalige Industriellenvilla wird als ehemalige Thyssen-Villa (auch im Kontext der Krupp-/Industriegeschichte erwähnt) zum Preis von 1,8 Mio. € angeboten.
Ein Besuch des Museums der Deutschen Binnenschifffahrt, ein Spaziergang an der Hafenpromenade und dann ein Köpi bei Gerda am Neumarkt sind der krönende Abschluss.
Ein Prosit auf Schimmi!🍺
Kleine, private Anekdote:
Das Ehepaar auf dem Foto am „Horst-Schimanski-Gasse“ Schild, sind meine Eltern. Ich habe das Foto am 13.6.2021 gemacht.
Meine Mutter starb im Oktober 2024. Mein Vater ist aktuell im Hospiz.
Traurig, aber eine schöne Erinnerung.
Am Samstag, dem 20. Juni 2026, ist ab 21:45 Uhr im WDR Fernsehen und in der ARD Mediathek die Schimanski-Folge „Loverboy“ (2013, Regie: Kaspar Heidelbach) zu sehen. „Alles soll sein wie früher, nichts ist wie früher“, schrieb die Süddeutsche Zeitung damals. „Und jeder wird irgendwann von der Zeit vertrieben, sogar Schimanski. Das ist die Geschichte.“ Am 19. Juni jährt sich der Todestag des Schauspielers Götz George zum zehnten Mal. Aus diesem Anlass zeigt der WDR nach der Abschiedsfolge auch noch den Tatort, mit dem alles begann: „Duisburg-Ruhrort“ (1981, Regie: Hajo Gies), ab 23:15 Uhr.
Text: Frank von Pigage
Fotos: Frank von Pigage und über Wikimedia-Commons Manfred Werner, Florian Adler und Ulrich Fuchs BY-SA 3,0.
Karl Malitz, Klaus Scheuer
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