Kreisau-Initiative e.V.
Internationale Jugendbegegnungen und Erwachsenenbildung // International youth meetings and adult education // Międzynarodowe spotkania młodzieży i edukacja dorosłych [DE]
Die Kreisau-Initiative schafft Lern- und Begegnungsräume, damit insbesondere junge Menschen ein demokratisches, solidarisches und zukunftsfähiges Miteinander in Europa gestalten können. Der erste Schwerpunkt unserer Bildungsarb
04/05/2026
Recreation: 26.03.2026 – 01.04.2026
🔎 Manche Teile deutscher als auch europäischer Geschichte bleiben lange und weitgehend tief verborgen, obwohl sie so wesentlich und großflächig Spuren hinterlassen. So auch die Geschichte sogenannter „Verschickungskinder“: Kinder und Jugendliche, die in der Bundesrepublik Deutschland vor allem zwischen den 1950er und 1980er Jahren zur Kur oder Erholung in Heime geschickt wurden und von denen viele vermehrt Gewalt, Disziplinierung, emotionale Vernachlässigung oder Missbrauch erfahren haben.
👥 Mit dem Training „Recreation – The History of Verschickungskinder in Post-war Germany and Beyond“ haben wir im März ein neues Projekt gestartet, das sich diesen Geschichten annimmt. 27 Teilnehmende aus zehn Ländern haben sich mit den strukturellen Bedingungen dieses Systems auseinandergesetzt. Zudem haben sie einen Blick auf die individuellen sowie kollektiven Folgen der Verschickungskinder gerichtet. Besonders war in dem Projekt die Arbeit mit Zeitzeug*innen, insbesondere im Format „Living Library“, in dem Betroffene von ihren eigenen Erfahrungen berichtet haben.
Die Teilnehmenden haben das Thema ebenfalls in einen europäischen Kontext eingeordnet, indem Vergleiche zu anderen Fremdunterbringungen von Kindern und institutioneller Gewalt gezogen wurden. Darüber hinaus haben sie kreative Methoden zur Vermittlung der Thematik kennengelernt sowie Learning Cards erstellt, die sie über das Projekt hinaus einsetzen können. Auch die bewährte Methode „Kaleidoscope“ unserer Partnerorganisation Świat Rozpędu Fundacja konnte hierbei erneut eingesetzt werden.
💬 „Ein großartiges Projekt, um mehr über einen wenig bekannten Aspekt der deutschen Geschichte zu erfahren; und eine hervorragende Gelegenheit, das Verständnis für Kinderrechte und die Herausforderungen, denen Kinder in Deutschland, Europa und weltweit gegenüberstehen, zu vertiefen“, resümiert eine teilnehmende Person die Projektwoche anschließend.
Ein großer Mehrwert für das Projekt war auch die Beteiligung einiger Vertreter*innen zivilgesellschaftlicher Organisationen und Initiativen, darunter insbesondere Aufarbeitung Kinderverschickungen NRW e. V. sowie die Initiative Verschickungskinder e. V.
🩵 Wir bedanken uns bei allen Beteiligten, allen voran den Zeitzeug*innen für Ihr Vertrauen und den wertvollen Austausch, sowie unseren Partnern Świat Rozpędu Fundacja, Aufarbeitung Kinderverschickungen NRW e. V. und die Initiative Verschickungskinder e. V.
Das Projekt wurde von der Europäischen Union kofinanziert.
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🔎 Some parts of German as well as European history remain hidden for a long time and largely out of sight, even though they have left significant and widespread traces. This is also true for the history of the so-called “Verschickungskinder” (“sent-away children”): children and young people who, in the Federal Republic of Germany and especially between the 1950s and 1980s, were sent to convalescent homes or health retreats. There, many of them experienced violence, strict discipline, emotional neglect, or abuse.
👥 With the training “Recreation – The History of Verschickungskinder in Post-war Germany and Beyond,” we launched a new project in March dedicated to these stories. A total of 27 participants from ten countries engaged with the structural conditions of this system. They also explored both the individual and collective consequences for the „Verschickungskinder“. A particularly impactful element of the project was the collaboration with contemporary witnesses, especially through the “Living Library” format, in which those affected shared their personal experiences.
Participants also placed the topic in a broader European context by drawing comparisons to other forms of out-of-home placement and institutional violence involving children. In addition, they explored creative methods for communicating the subject and developed learning cards that they are able to use beyond the project. The proven “Kaleidoscope” method of our partner organisation Świat Rozpędu Fundacja was also successfully applied once again.
💬 „A great project to learn more about a little known aspect of German history and an amazing opportunity to deepen your understanding of children’s rights and the challenges children face across Germany, Europe and the world“, one participant concluded after the project week.
Another valuable aspect of the project was the involvement of representatives from various civil society organisations and initiatives, in particular Aufarbeitung Kinderverschickungen NRW e. V. and the Initiative Verschickungskinder e. V.
🩵 We would like to thank everyone involved, especially the contemporary witnesses for their trust and their invaluable contributions, as well as our partners Świat Rozpędu Fundacja, Aufarbeitung Kinderverschickungen NRW e. V. and the Initiative Verschickungskinder e. V.
The project was co-funded by the European Union.
02/04/2026
Uprooted: 23.02.2026 – 01.03.2026
Eine intensive Woche voller Begegnungen, Perspektiven und bewegender Geschichten liegt hinter uns: Ende Februar hat erneut eine Jugendbegegnung zu „Uprooted“ in Krzyżowa stattgefunden.
💬 Insgesamt 39 Jugendlichen aus Deutschland, Polen, Tschechien und der Ukraine haben sich mit den Schicksalen sogenannter „geraubter Kinder“ während des Zweiten Weltkriegs auseinandergesetzt. In interaktiven Workshops, mit Hilfe von Learning Cards und biografischer Arbeit konnten die jungen Menschen die individuellen Lebensgeschichten kennenlernen und dabei die historischen Hintergründe einordnen.
🎬Ein besonderes Highlight war die Filmvorführung von „Snatched from the Source“ von Maja Weiss. Der Film zeigt, wie betroffene geraubte Kinder ihre Traumata und Familiengeschichten aufarbeiten und sich mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. Dabei wird deutlich, wie tief die Erfahrungen von Entwurzelung, Gewalt und Identitätsverlust bis in die Gegenwart hineinwirken. Der Film hat einen emotionalen Zugang ermöglicht und dazu angeregt, dass sich die jungen Teilnehmenden über Erinnerungskultur, persönliche Aufarbeitung und die langfristigen Folgen historischer Gewalt ausgetauscht haben.
Die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart hat eine zentrale Rolle im Projekt gespielt: In Workshops zu Kinderrechten sowie im Austausch mit ukrainischen Teilnehmenden wurde deutlich, dass die Thematik von Entwurzelung und Gewalt gegen Kinder auch heute erschreckend aktuell ist.
🎨 Durch kreative Methoden wie dem „Kaleidoscope“-Workshop konnten sich die jungen Menschen kreativ mit dem Thema auseinandersetzen: Von persönlichen Briefen über visuelle Interpretationen bis hin zu Podcasts und Videos.
Mit dabei waren die Schulen: Gutenberg-Gymnasium Mainz (Deutschland), Liceum Ogólnokształcące im. Powstańców Śląskich w Rybniku (Polen), Základní škola a Mateřská škola Raspenava (Tschechien), "Sichovyi Collegium“ in Zaporizhzhia (Ukraine) sowie weitere Jugendliche aus Kyjiw.
🩵 Ein herzlicher Dank gilt all unseren Partnerorganisationen für die vertrauensvolle Zusammenarbeit: Fundacja Krzyżowa dla Porozumienia Europejskiego / Stiftung Kreisau, Świat Rozpędu Fundacja, Paměť národa, Освітній центр "Простір толерантності" sowie allen beteiligten Schulen und Institutionen.
Das Projekt wurde von der Europäischen Union kofinanziert.
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An intense week full of encounters, perspectives, and moving stories lies behind us: at the end of February, another youth exchange on “Uprooted” took place in Krzyżowa.
💬 A total of 39 young people from Germany, Poland, the Czech Republic, and Ukraine engaged with the fates of so-called “stolen children” during the Second World War. Through interactive workshops, the use of learning cards, and biographical work, participants were able to explore individual life stories while placing them in their historical context.
🎬 A special highlight was the screening of “Snatched from the Source” by Maja Weiss. The film shows how affected stolen children process their trauma and family histories, confronting their own past. It powerfully illustrates how experiences of uprooting, violence, and loss of identity continue to resonate into the present day. The film opened an emotional gateway and encouraged the young participants to reflect on remembrance culture, personal processing, and the long-term consequences of historical violence.
The connection between past and present played a central role throughout the project: in workshops on children’s rights, as well as in exchanges with Ukrainian participants, it became clear that the issues of uprooting and violence against children remain alarmingly relevant today.
🎨 Through creative methods such as the “Kaleidoscope” workshop, the young people engaged with the topic in imaginative ways: from personal letters and visual interpretations to podcasts and videos.
Participating schools included: Gutenberg-Gymnasium Mainz (Germany), Liceum Ogólnokształcące im. Powstańców Śląskich w Rybniku (Poland), Základní škola a Mateřská škola Raspenava (Czech Republic), „Sichovyi Collegium“ in Zaporizhzhia (Ukraine) as well as other young people from Kyjiw.
🩵 Our sincere thanks go to all our partner organsations for their trustful cooperation: Fundacja Krzyżowa dla Porozumienia Europejskiego / Stiftung Kreisau, Świat Rozpędu Fundacja, Paměť národa, Освітній центр "Простір толерантності" as well as all participating schools and institutions.
The project was co-funded by the European Union.
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