SPHAIR
Experten aus der zivilen und militärischen Luftfahrt prüfen die Kandidaten in einem mehrstufigen Verfahren und bereiten sie auf die Praxis vor. Das SPHAIR Zertifikat ist Qualitätssiegel für das Talent und das Engagement der Kandidaten. Es ist die Eintrittskarte für den professionellen Sprung in die dritte Dimension.
04/08/2021
SPHAIR Parakurs F-102
Am 3. Juli 2021 war es für uns neun Jungs soweit, unser Weg zum Fallschirmaufklärer begann. Gleich zu Beginn wurden wir mit vielen neuen Informationen und Regeln vertraut gemacht, um ein Gelingen der kommenden zwei Wochen zu begünstigen. Wir alle waren gespannt und motiviert, was wir erleben würden.
Bedauerlicherweise war unser Kurs nicht wie jeder andere. Durch das mehrheitlich schlechte Wetter, kamen wir in der ersten Woche, ausser beim Tandemsprung, gar nicht zum Springen. Die freie Zeit nutzten wir also, um uns ausgiebig mit der Theorie, dem Packen des Fallschirms und dem Sport auseinanderzusetzen. Viele von uns haben die Vorgänge beim Packen nach einiger Zeit so verinnerlicht, dass wir während des Schlafens begannen, unseren Schlafsack wie einen Fallschirm zu packen. Natürlich wurden auch einige Sporttests absolviert um zu sehen, wo wir sportlich stehen und was das für den RS-Alltag bedeuten würde. Auch die richtige Körperhaltung für den Sprung selber, wurde mit vielen Repetitionen geübt.
Unser Tag startete jeweils um 0600 mit der Tagwache. Wenige Minuten später trafen wir uns vor der Turnhalle für den Morgensport. Meistens gingen wir eine Runde Joggen. Dazwischen gab es kurze Stopps, in denen wir andere Muskelgruppen trainierten. In der Unterkunft angekommen bekamen wir Zeit, um zu duschen und uns zum Flugplatz zu verschieben. Beim nachfolgenden, selbst gemachten Morgenessen, knurrten unsere Mägen und schreiten förmlich nach Konfibrot, Früchten oder Müsli.
Daraufhin begannen wir den Flugplatz sprungbereit aufzubauen, erledigten unsere Ämtli und bereiteten uns mental auf den Absprung vor. Als es endlich mit dem ersten Sprung losging, stieg die Anspannung. Spätestens im Porter, als der Kerosingeruch in unsere Nasen drang, waren wir alle entspannt, aber trotzdem voll konzentriert. Der Sprung aus dem Flugzeug war so überwältigend, dass die Zeit fast stehen blieb. Noch nie hatten wir so etwas Surreales und Schönes zugleich erleben dürfen. Natürlich war die Freifallzeit viel zu kurz aber der länger dauernde Schirmflug, machte einiges wieder wett. Währenddessen konnten wir unglaubliche Wolkenformationen beobachten, welche man nicht alle Tage sieht. Zurück auf dem Boden, begannen wir sofort wieder mit dem Packen des Fallschirms.
Nach jedem Sprung bekam jeder sein persönliches Debriefing, indem aufgezeigt wurde, was wir gut machten und was wir noch verbessern sollten. Uns gefiel es sehr, wie die Kursleiter/helfer auf unser Empfinden eingegangen sind und uns immer sehr hilfreiche Tipps mitgeben konnten. Beim Mittagessen hatten wir jeweils Zeit, die persönlichen Erlebnisse unter den Kameraden zu teilen. Der Nachmittag und frühe Abend lief darauf fast gleich ab. Vor dem Schlafengehen bekamen wir noch Zeit für unser Tagebuch. Dies war manchmal sehr anstrengend und nervenaufreibend, da wir alle sehr müde waren. Um 23.00 Uhr war dann auch Lichterlöschen, um uns die geforderten Stunden Schlaf zu gönnen, damit wir für den nächsten Tag wieder gewappnet waren.
Alles in allem war dieser Kurs eine sehr lehrreiche und anstrengende, aber auch stets mit Belohnungen gefüllte Zeit. Wir als Kursteilnehmer, möchten uns noch einmal beim Kursleiter und allen anderen Kurshelfern herzlich bedanken, für ihre Zeit, die sie in uns investierten.
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