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Haarefärben mit Pflanzenfarbe*
Gerade für den „mitteleuropäischen“ Typ ist Pflanzenfarbe ideal, denn die Originalfarbe der Konsumentinnen bewegt sich oft im blonden bis dunkelblonden Bereich, was eine gute Basis für das Färben mit Pflanzenfarbe bedeutet. Zudem haben viele mitteleuropäische Frauen feines Haar, das durch Pflanzenfarben gestärkt wird und mehr Volumen bekommt. Pflanzenhaarfarbe gibt es auch farblos, aber mit allen Vorteilen der Pflege fürs Haar. Henna-Neutral umschließt das Haar als Anti-Spliss-Schutz, gibt einen schönen Glanz und spürbar griffiges Volumen.
Trotz dieser vielfältigen Vorteile der Pflanzenfarben tun sich herkömmliche Friseure oft damit schwer: Sie wollen in der Regel plakative und sichere Farbergebnisse, was chemische Farbe verspricht. Pflanzenhaarfarben hingegen erfordern mehr Zeit für die Kundin und setzen längere Erfahrung voraus, denn jedes Haar nimmt Naturfarbe etwas anders an. Feines Haar färbt sich schneller ein als dickes; naturdunkles Haar erhält nur eine Tönung, was der Grauabdeckung Grenzen setzt.
Das ist dem normalen Friseur zu unberechenbar, während der echte Naturfriseur sich gerne mit viel Zeit der Kundin widmet und deren Haare mit reinen Naturprodukten verschönern und kräftigen möchte. Das kostet sicher etwas mehr, aber dafür sind dann viele andere typische Friseurprodukte hinfällig. Man spart viel Geld an anderer Stelle, denn meine Kundinnen haben alle zu Hause nur ein gutes Shampoo und eine Naturhaarbürste im Bad stehen. Pflanzenhaarfarbe ist dann, abgesehen vom Farbwunsch, eine Zusatzpflege und das I-Tüpfelchen auf dem Kopf.
Der Unterschied zwischen Chemie und Pflanzenfarbe
Zuerst einmal etwas Wissenwertes über die Vorgänge der „Chemie” und echter Pflanzenhaarfarbe: Chemische Haarfarben öffnen durch die enthaltenen Wasserstoffperoxide das Haar mehr „gewaltsam”, dringen ein und verändern hier im molekularen Zustand komplett das „Innnenleben” der Haare und lagern körperfremde, künstliche Pigmente ein. Diese müssen rauswachsen, das Haar ist innen wie außen ausgelaugt, was mit jeder neuen chemischen Haarfärbung noch schlimmer wird. Somit bedarf es ständiger „Reparatur” durch vielversprechende, ebenfalls künstliche Hilfsmittel, wie etwa Silikon. Zudem entsteht ein unschöner Haaransatz und aus diesem Kreislauf wieder auszusteigen, um zur eigenen Haarfarbe zurückzukehren, ist nur mit viel Geduld und einem erfahrenen Friseur als Begleiter möglich.
Pflanzenhaarfarbe hingegen besteht aus gemahlenen, färbeintensiven Pflanzenbestandteilen und diese Pigmente legen sich sanft in die Schuppenschichten und um die Haarschäfte selbst herum. Dadurch wird das Haar sehr schön vom Ansatz bis zur Spitze geschlossen, es speichert mehr Feuchtigkeit, wird zusehends dicker und glänzender. Mehr Volumen entsteht wie von selbst, denn das Haar wird gestärkt.
Mit der Zeit wäscht sich langsam die oberste Pigmentschicht ab, jedoch ein Teil bleibt am Haar haften und wird mit jeder neuen Pflanzenfärbung neu gefestigt. Färbt man nicht mehr, verliert sich die Farbe mit jedem Haarewaschen und bei jedem Sonnenstrahl mehr und mehr. Haaransätze sind fließend und wachsen nicht schnurgerade hart heraus wie bei Chemiefarbe. Pflanzenfarbe pflegt, stößt in Sachen Färben aber auch an ihre Grenzen: Sie kann eben nicht heller oder auch nicht viel dunkler färben. Ein Blond ist mehr ein beige-goldiges „Erwärmen”, ein dunkler Braunton eher ein Mattieren und Vertiefen der eigentlichen Haarfarbe.
*Geschrieben von Quell am 15. August 2016
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