Gynmed
Montag bis Freitag 9-14 Uhr,
Montag, Mittwoch und Freitag 9-17 Uhr
Beratungen und Behandlungen nur nach vorheriger telephonischer Terminvereinbarung
Wer die Fristenlösung abschaffen oder einschränken will, weil sie angeblich die Zahl der Abtreibungen fördert, sollte einen Blick in die Geschichte werfen.
Zum Beispiel ins Jahr 1951: Weil Abtreibungen streng verboten waren, versuchte man es halt heimlich selbst mit leicht erhältlichen aber ungeeigneten Mitteln (z.B. Stricknadeln, Seifenlösung). Entsprechend hoch war das Risiko einer Gesundheitsgefährdung, die Spitäler quollen über vor Notaufnahmen. Bei bekanntgewordenenen Abtreibungen wurden die Frauen angezeigt, vor Gericht gestellt und zu monatelangen Freiheitsstrafen verurteilt.
Wie häufig das war, geht aus einer Aussage des damaligen Primarius des Bezirkskrankenhauses Leoben hervor: „Wir zeigen überhaupt keinen Abortus mehr an, nur dann wenn Lebensgefahr vorliegt. Ansonsten müssten wir täglich 20 Anzeigen erstatten.“ (Quelle: Vr 865/51, LG für Strafsachen Leoben, Steiermärkisches Landesarchiv Graz)
Ein Rechenbeispiel. Leoben hatte damals 35.653 EinwohnerInnen, ganz Österreich knapp 7 Mio. EinwohnerInnen ...
06/12/2018
23/11/2017
Christian Fiala im Britischen Parlament
Vom 20. bis zum 29. November findet im britischen Parlament ein öffentliches Hearing zum Thema Schwangerschaftsabbruch statt. Beleuchtet werden u.a. folgende Fragen: Wie war es in der Vergangenheit, wie ist es derzeit, wie könnte die Zukunft aussehen? Wie ist speziell die Situation junger Frauen? Wie die sozialer Randgruppen? Wie ist die Situation während politischer Konflikte oder kriegerischer Auseinandersetzungen? Wer sind Anbieter von Schwangerschaftsabbrüchen? Wer nimmt Einfluss auf die Gesetzgebung?
Als Expertinnen und Experten sprachen Politiker, Vertreter der britischen Regierung, des Royal College der Gynäkologen und Geburtshelfer, der britischen Schwangerenberatung, der Vereinten Nationen, von NGOs, von Universitäten und einige unabhängige ExpertInnen, darunter der österreichische Gynäkologe und Leiter der Gynmed-Ambulatorien (Wien und Salzburg) DDr. Christian Fiala. Er beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit Fragen der Familienplanung, führt selbst Schwangerschaftsabbrüche durch, kennt die Situation in ganz unterschiedlichen Teilen der Welt (u.a. Frankreich, Thailand, Uganda, Tansania, Malawi, Österreich) und ist Mitglied internationaler Forschungsgruppen. Seine Expertise wird häufig angefragt; er nahm bereits zuvor an Beratungen britischer Parlamentsgruppen teil.
Die Vorsitzende, Baroness Jenny Tonge, fasst das Ziel der Veranstaltung zusammen: „Keine Frau darf ihr Leben riskieren müssen, ihre Gesundheit, ihre Fruchtbarkeit, ihr Wohlbefinden oder das ihrer Familie, weil sie keine ausreichende Gesundheitsfürsorge erhält. Das schließt auch den Zugang zum Schwangerschaftsabbruch ein. Unser Hearing soll die Parlamentarier (aller Parteien) mit Informationen versorgen um das Thema weiter voran zu bringen.
Weitere Infos unter
RCOG backs decriminalisation of abortion The Council of the Royal College of Obstetricians and Gynaecologists (RCOG) has voted strongly in favour of supporting the removal of criminal sanctions associated with abortion in the UK. The College sought a position on this matter as it represents the group of doctors who provide the majority of…
25/02/2017
Abtreibungsschiff: Guatemala hält niederländische Women on Waves fest - WELT In Guatemala dürfen Frauen nur abtreiben, wenn ihr Leben in Gefahr ist. Niederländische Aktivisten wollen in den kommenden Tagen kostenlose Schwangerschaftsabbrüche anbieten. Das Land wehrt sich vehement.
Guatemala: Regierung will mit Militär Abtreibungsschiff stoppen.
Land kennt nur ein Thema. Nachfrage nach sicherem Schwangerschaftsabbruch enorm.
San José/Guatemala/Wien (OTS) - Gestern begann die Protestaktion des Abtreibungsschiffes mit einer Pressekonferenz im Hafen von San José. Zur Erinnerung: Der österreichische Gynäkologe DDr. Christian Fiala und die holländische Ärztin Rebecca Gomperts befinden sich zur Zeit in Guatemala. Gomperts bereist seit vielen Jahren Länder mit restriktiven Abtreibungsgesetzen, um legale Abbrüche in internationalen Gewässern durchzuführen. Dabei wird die sehr sichere medikamentöse Methode angewendet, um Frauen vor den gesundheitsgefährdenden Folgen eines illegalen Abbruchs zu bewahren. Sehr viele Frauen aus Guatemala haben sich bereits zum Abbruch auf internationalen Gewässern angemeldet, was die Not von Frauen aufzeigt und die Vermutung bestätigt, dass die Regierung diesen Frauen nicht helfen will. Am Nachmittag hat die Polizei das Boot abgeriegelt und es durfte niemand mehr auf das Boot. „Wir mussten stundenlang vor dem verschlossenen Tor warten. Ein ganzes Rudel Beamte, Polizei und Militär kamen dann auf das Boot und haben versucht, uns zum Auslaufen zu bewegen“, schildert Fiala, der auch live auf Facebook berichterstattet. Und heute wurde auch die Unterkunft des etwa 30-köpfigen Teams abgeriegelt.
Schiff und Initiatoren werden festgehalten
Nun hat auch das Verteidigungsministerium eine Presseerklärung abgegeben und hält das Abtreibungsschiff widerrechtlich fest. Das Rechtsanwaltsteam der Initatoren sieht in diesem Vorgehen eine Verletzung von nationalem und internationalem Recht und hat juristische Schritte eingeleitet. Für das Festsetzen des Schiffes und der Initatoren fehlt jegliche Legitimität, weil die Mediziner legal eingereist sind und in Guatemala, wo die Gesetze Schwangerschaftsabbruch verbieten, auch keine durchführen, da sie dafür ja in internationale Gewässer reisen. Nach der Presseerklärung haben sich zahlreiche Journalisten ein Flugzeug gemietet und sind in die Küstenstadt San Jose geflogen, um mit dem Team des Schiffes vor Ort zu sprechen. Das Ergebnis ist, dass jetzt wirklich alle Medien im ganzen Land über das Thema berichten.
Zuspruch der Frauen enorm
Christian Fiala: „Die mediale Berichterstattung im Land ist enorm, auch der Zuspruch der Frauen. Wir haben ein wichtiges Ziel erreicht: die breite gesellschaftliche Diskussion der restriktiven Abtreibungsgesetze, die noch auf die Kolonialzeit zurückgehen und die das Leben von Frauen gefährden.“ Über eine Hotline können sich Frauen zum Abbruch in internationalen Gewässern anmelden. Die Nachfrage zeigt, was für ein enormer Bedarf nach einem sicheren, medikamentös induzierten Abbruch es in Guatemala gibt. „Wir bleiben jedenfalls und wollen die Aktion wie geplant abschließen, das sind wir den lokalen Frauenrechtsgruppen, die uns eingeladen haben, schuldig“, so Fiala abschließend. Es zeigt sich klar, dass die Regierung gegen die Interessen der eigenen Bevölkerung agiert, insbesondere gegen Frauen.
www.womenonweb.org
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