atin und Jazz mit starker Pop-Attitüde. Ihr Repertoire besteht zu einem Gutteil aus Klassikern des Genres. „Use me“ von Bill Withers, Tower of Powers „Down to the Nightclub“ oder die Song-Frage von Gil Scott Heron „Is that Jazz“ klingen bei “The Cosy Famous” auf neue Weise vertraut. Einige Songs, die sich wie selbstverständlich zwischen den Kompositionen der großen Meister behaupten, stammen auch aus der Feder von Sänger und Bandmastermind Wolfgang Linhart aka DJ Cosy Famous. Aber das ist nicht der Punkt, nicht der mit den Kindern, Sie wissen schon... Von so einer musikalischen Melange, dem WAS, hat man schon gehört. Und da wären wir auch schon im „Adult only“ Bereich. Der Weg
Doch vorher noch schnell ein paar Worte über die Entstehungsgeschichte der Band. Im Alter von zwölf wurde Wolfgang Linhart mit dem Soul/Latinvirus infiziert. Aber erst am Rande der Volljährigkeit verwandelte sich der glühende Fan in einen aktiven Musiker. Als solcher spielt er Klavier, Gitarre und produziert im eigenen Homestudio (eher) elektronische Funky-Grooves. Seine Gesangsausbildung erhielt er am „Franz Schubert Konservatorium“. Und wie das Leben so spielt, lag seine erste Wohnung in Wurfdistanz zu einem Musikclub, der auch häufig Sessions veranstaltete. Wenn man da, so Wolfgang Linhart, mehrmals die Woche die Bühne entert, kommt man natürlich sehr schnell zu viel Bühnenerfahrung. Parallel dazu begann er auch als DJ unter dem Namen DJ Cosy Famous zu arbeiten. „The Cosy Famous“ ist nun die Verschmelzung der beiden Aspekte mit Leib und Soul. Räusper! Der S*x
Sie kennen doch dieses Gefühl beim S*x, den Höhepunkt in Reichweite, aber man schwebt auf einem selig machenden Gefühlsplateau voran, ohne sich dem Gipfel zu nähern. Es werden sich nur sehr wenige Menschen finden, die diesen, möglichst lange andauernden, Moment nicht als außerordentlich schön empfinden. Das ist in etwa der Effekt, der sich, dank eines raffinierten Tricks, bei Konzerten von „The Cosy Famous“ einstellt. Während Melodien und Harmonien das musikalische Lustzentrum stimulieren, ist der Groove-Punkt im Zuhörer (und erst Recht in der Zuhörerin) einer höchst reizvollen Untersättigung ausgesetzt. Und das geht so: Vorne am Mikrophon steht Wolfgang Linhart und singt mit tiefer, erotischer Stimme und der formvollendeten Lässigkeit eines Crooners a’la Tony Bennett oder Frank Sinatra. Nur tut er das sehr viel reduzierter, grad immer so ein Oitzerl zu wenig. Hinter ihm die Band. Klavier, Bass, Saxophon, Percussion, allesamt bedient von erstklassigen Musikern, die sonst mit Kalibern dieses Schlages auf der Bühne stehen: Hans Salomon, Harry Stojka, Deep Purple, Rainhard Fendrich, Ludwig Hirsch, Alegre Correa, Michael Seida. Der Trick
Der Trick besteht nun darin, den Groove zwischen der fast schon impressionistisch gespielten Percussion, dem jazzig funkenden Bass und der linken Piano-Hand aufzuteilen. Was fehlt, ist der harte Beat eines Schlagzeugs. So versetzt einen der Vortrag zwar in das musikalische Äquivalent der prä-orgasmischen Schwebung, die fehlenden Drums sorgen jedoch für die erlösungverhindernde Untersättigung. Allüberall nicken die Köpfe, es wird getanzt, dass die Röcke nur so fliegen, Lust und Lebensfreude wachsen von Song zu Song. Wahrscheinlich ist es das, was Wolfgang Linhart meint, wenn er sagt, seine Musik sei stets „Ladylike“. For (not only!) the Ladys like it. Besetzung:
Wolfgang the Cosy Famous Linhart: Vocals
Markus Gaudriot: Piano/Keys
Simon Radner: Bass
Andreas Steirer: Percussion
Georg Barnet: Reeds