Orbis Ferrorum

Orbis Ferrorum

Teilen

Speziell möchten wir Archäologie der Öffentlichkeit näherbringen und sie auch in diverse Projekte einbringen.

25/02/2026

Neu erschienen: „Die Welt der Keltenfürsten“ – Sonderheft 35 von Archäologie in Deutschland 30 Jahre nach der Entdeckung der berühmten Statue am Glauberg widmet sich dieses 112 Seiten starke Sonderheft einem der faszinierendsten Phänomene der frühen Eisenzeit: Den sogenannten „Keltenfürsten“. Doch was verbirgt sich tatsächlich hinter dem Begriff „Fürstensitz“? Ist er womöglich von mittelalterlichen Adelsvorstellungen geprägt? Welche Klischees über die Kelten beeinflussen unser Bild? Und was verraten uns Kunst, Stil, Prunkentfaltung und monumentale Grabanlagen tatsächlich über deren Machtstrukturen und Sozialgefüge im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr.? Was wissen wir später über den gesellschaftlichen Wandel im 4. Jahrhundert v. Chr.? Neben grundlegenden Beiträgen zum aktuellen Forschungsstand führt das Heft zu zentralen Fundorten und neuen Grabungsergebnissen: Reinheim, Hochdorf an der Enz, Heuneburg, Ipf am Nördlinger Ries, Vix und Dürrnberg.
Ein Heft, das nicht nur beeindruckende Funde präsentiert, sondern zentrale Begriffe und Deutungsmuster kritisch reflektiert. Wer sich für frühkeltische Eliten, Machtzentren und aktuelle Forschungsperspektiven interessiert, sollte unbedingt einen Blick hineinwerfen:
https://www.herder.de/wbg-magazine/aid/sonderhefte/die-welt-der-keltenfuersten/

26/12/2025

Nun sind alle Türen geöffnet und wir möchten uns ganz herzlich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für Ihre spannenden, intessanten und auch kreativen Beiträge bedanken! Ein herzliches Dankeschön geht natürlich auch an euch, die ihr den diesjährigen Adventkalender regelmäßig besucht habt!
Das Team von Orbis Ferrorum

24/12/2025

Tür 24 ✨
Ein hallstattzeitlicher ‚Heiligenschein‘
Vorstellungen einer mit Wasser und chthonischen (‚unterweltlichen‘) Mächten verbundenen Mystik prägten das Weltbild vieler prähistorischer Kulturen. Eine kleine, nur 19 cm große, menschengestaltige Keramikstatuette aus Mönchstockheim in Unterfranken (DE) erlaubt einen seltenen Einblick in die Glaubensvorstellungen der Eisenzeit. Beifunde und C14-Datierung weisen in die Hallstattzeit, den älteren Abschnitt der europäischen Eisenzeit (800–450 v. Chr.).
Die abstrakte, archaisch wirkende Figurine einer Frau fand sich in einem verlandeten Wasserloch, in dem sie gemeinsam mit einem Keramikstempel, Gefäßscherben und Knochengerät niedergelegt (oder versenkt?) wurde. Den Kopf der Kultfigur umgibt eine scheibenförmige Zier, in die ringförmig um das Gesicht vielleicht organischer Schmuck, wie Federn, Fellhaare oder Holznadeln eingesteckt war. Prunkvolle Frisuren oder Hauben mit Schmucknadeln oder Kugeln aus Bronze, Gold oder Koralle waren Teil der hallstattzeitlichen Frauentracht. Sie umrahmten Kopf und Gesicht wie ein Strahlenkranz und umgaben die Person – ähnlich wie der Heiligenschein der christlichen Muttergottes – mit einer sakralen Aura.
Die trichterförmige Eintiefung in Mönchstockheim führte zur Zeit der Niederlegung der Figur noch Wasser, weshalb die Verbindung mit dem kostbaren, lebensnotwendigen Nass eine erste Deutung als „Wassergöttin“ plausibel erscheinen ließ. Die Auffindungssituation spiegelt jedoch nur den letzten Moment in der Geschichte des Kultbildes wieder. Ihre Zerstörung und Deponierung geschah vermutlich im Rahmen religiöser Handlungen, die mit der Niederlegung des Kultobjekts im jenseitsbezogenen Unterweltmilieu von Quellen, Brunnen, Seen und Mooren ihren Abschluss fanden. Ob das Kultbild zuvor in einem Ahnenkult, der verehrten Vorfahren einen ‚heiligen‘ Status zusprach, bei Schutz- oder Fruchtbarkeitsriten Verwendung fand, bleibt indes offen.
Besuchen Sie uns auch auf Facebook und Instagram!
Holger Wendling (Archäologische Staatssammlung München) Archäologische Staatssammlung
Bildnachweis: © Archäologische Staatssammlung, Foto: S. Friedrich

22/12/2025

Tür 22 ✨
Die Schnabelkanne vom Glauberg – feucht-fröhlich ins Jenseits

Im Museum der Keltenwelt am Glauberg gehört die bronzene Schnabelkanne aus dem frühlatènezeitlichen Grab 1 zu den Highlights. Dieses kunstvoll gefertigte und reich verzierte Gefäß zeichnet sich durch seinen langen Ausguss aus, der ihm den Namen „Schnabelkanne“ verlieh.
Zum Zeitpunkt der Beisetzung war die Kanne mit dem Ansatz für etwa 4 Litern Honigwein gefüllt – ein kostbares Getränk, das im Jenseits sicher für eine fröhliche Feier hätte sorgen sollen. Im Gegensatz zu ihren etruskischen Vorbildern sind keltische Schnabelkannen deutlich schlanker und mit eher konkaven Formen gestaltet. Ein weiteres Beispiel dafür ist die stilistisch sehr ähnliche Schnabelkanne vom Dürrnberg bei Hallein.
Interessant beim Fund vom Glauberg ist die Darstellung eines Mannes mit einem Linothorax – einer speziellen, aus dem griechisch/etruskischen Bereich stammenden Körperpanzerung – auf dem Rand der Glauberger Kanne. Dieses Motiv ist auch an der berühmten Sandsteinstatue vom Glauberg zu sehen. Die Fabelwesen an seiner Seite gehören zum typischen Formenkanon der keltischen Kunst.
Diese ist bekannt für ihre Fähigkeit, zahlreiche kulturelle Einflüsse – wie u.a. etruskische und vorderasiatische Elemente – aufzunehmen, jedoch nie zu kopieren. Stattdessen schaffen die Kelten eine einzigartige, eigene Formensprache, wie dies eben auch die Darstellung des „Herrn der Tiere“ zeigt, bei dem ein Mensch zwischen zwei Fabelwesen steht.

Axel Posluschny (Archäologisches Landesmuseum Hessen,
Keltenwelt am Glauberg)
Bildnachweis: Pavel Odvody, hessenARCHÄOLOGIE

20/12/2025

Tür 20✨
Ein besonderes Weihnachtsgeschenk
Auf den ersten Blick wirkt die Heuneburg von außen wie eine geschlossene Einheit. Aber sollen wir Euch etwas verraten? Die Heuneburg ist ein vielfältiges Netzwerk aus Institutionen, Organisationen und engagierten Menschen, die gemeinsam Geschichte erlebbar machen. Mittendrin sind wir, vom Verein Heuneburg Museum e.V. Als Geschichtsbegeisterte haben wir die beste Position überhaupt und das große Glück, in einer professionellen Umgebung mit vielen Experten zusammenarbeiten zu dürfen. Neben den Fachleuten des Landesamts für Denkmalpflege, die unsere Vereinsprojekte beratend unterstützen und dem Team der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, das den Rahmen schafft, um kreative Ideen zu verwirklichen, haben wir weitere spannende Schnittstellen und auch intern einiges zu bieten. Mit dem Fachwissen unserer Mitglieder aus Pädagogik, Biologie und Handwerk, Archäologie und Touristik konnte schon so manche Herausforderung bewältigt werden.
Jetzt zur Weihnachtszeit sind wir besonders dankbar für diese Gemeinschaft. Zumal uns das Landesamt für Denkmalpflege schon vorab ein wunderbares Geschenk beschert hat mit der Veröffentlichung von „Kelten in Baden-Württemberg“ https://rps.baden-wuerttemberg.de/presse/artikel/die-kelten-in-baden-wuerttemberg-neue-publikation-gibt-faszinierende-einblicke-in-die-welt-der-kelten/
Das umfassende Gesamtwerk wird sich unter vielen Weihnachtsbäumen finden und wir freuen uns sehr auf gemütliche Stunden mit dieser weitreichenden Lektüre, die uns bei zukünftigen Fragestellungen eine große Hilfe sein wird. Eine schöne Weihnachtszeit und viel Spaß beim Schmökern wünscht der Verein Heuneburg Museum e.V. und die Keltengruppe Heuneburg.
Weitere Infos gibt’s auf oder
https://www.heuneburgverein.de/index.php/wir-ueber-uns/4-keltengruppe-heuneburg .
Keltengruppe Heuneburg
Foto: Keltengruppe Heuneburg

Wollen Sie Ihr Service zum Top-Geschäft in Innere Stadt machen?
Klicken Sie hier, um Ihren Gesponserten Eintrag zu erhalten.

Adresse


Innere Stadt