Edi m.
13/11/2025
Wie ich mich freue, dass sich mein Schützling - Hach was ist er der wohl kritischste und sehr strukturliebende kleine Mensch…😌Klassenzimmertüre offen? Geht nicht. Im Klassenzimmer wurde etwas woanders verräumt? Geht nicht. Meine Brotbox mit meinem Essen mit an seinem Tisch? Geht nicht. - mit mir zusammen einer neuen Herausforderung stellte und Obst, welches er weder isst noch jemals nur probiert hat, mit einem Messer, was er auch noch nie in der Hand hatte, an seinem Platz, auf seinem wohl geordneten Tisch schnitt. Er blickte mich an. Augenbrauen kräuselnd bereit kundzutun, dass das auf keinen Fall klarginge. Ich strahlte ihn an, voller wohlwollendem Wissen, dass er das schaffen würde, aber auch allzeit bereit einen möglich Sturm auffangen zu können…Neugierig ist er nämlich durchaus!
Ich nickte ihm bestärkend zu als seine kleine Hand den Messergriff nahm und ja…was soll ich sagen, die Banane für die MitschülerInnen war geschnitten. Und ich verstand trotz meiner krassen Freude ganz klar seinen Hinweis, dass es bei der einen Banane bliebe und ich die Äpfel dann gerne selbst schneiden dürfe 🤣💪🏼🫶🏼
05/11/2025
Warum machst du das alles, wenn du eher auf Hürden triffst? Warum wechselst du nicht die Einrichtung? Lohnt sich das alles denn?
Fragen, die mich erreichen und Fragen, die ich mir selbst schon häufig gestellt habe…
Aber warum sollte es das nicht? Wie kann es sich nicht lohnen, Laufen und Schwimmen zu gehen? Wie kann es sich nicht lohnen, darüber zu reden und zu informieren, dass viele Kinder (aber auch Erwachsene) gar nicht oder schlecht schwimmen können?
Ich mache das aber u.a. auch für mich. Um zu verarbeiten, was passiert ist und wen ich verloren habe.
Wenn ich im Wasser bin, kann ich nach einer Weile meine Gedanken klarer verstehen und entschleunigen, beim Laufen ist es ab und zu sogar einfach mal ruhig in meinem Kopf.
Und die Einrichtung wechseln? Was würde passieren, wenn wir alle, wenn wir mal auf ein wenig Gegenwind stießen, direkt hinschmeissen und aufgeben würde? Wer setzt sich für unsere Kinder ein, wenn wir jedes Mal bei einem Nein gehen? Die Kids können nichts dafür und brauchen Menschen, die für sie laut werden. Wenn alle, die Veränderung wollen, die empathisch und motiviert sind, ebenfalls anfangen wegzusehen, wird sich nie was ändern können. Und ja, das heißt dann eben auch immer wieder kleine Durststrecken zu haben. Sich selbst und was man tut und möchte zu hinterfragen, um sich dann gegebenenfalls neu auszurichten. Aber gerade fühlt sich nichts schlimmer an als nichts zu tun, keine Ziele zu haben und diesen kleinen besonderen Menschen zu vergessen…
31/10/2025
„Ach du arbeitest in der Schule?“
„Ja, ich bin Schulbegleiterin und gehe mit Kindern mit Behinderung zum Unterricht.“
„Oh, das ist ein harter Job oder?“
Ja…ist es und dennoch der beste Job den ich jemals hatte. Klar, ich muss viel ausblenden…Entscheidungen, die ab und an getroffen werden, manche Umstände, die Politik, die sich null zu interessieren scheint und auch manche Menschen.
Und ja, man hat auch schwierige Tage… erst heute habe ich ein geschwollenes evtl blau werdendes Kinn durch einen Schlag mit dem Kopf abbekommen und genau da ist es herausfordernd sich noch selbst zu regulieren, aber was überwiegt sind die Momente, die einen bewegen. Wenn ein Kind, das nicht spricht, auf einmal anfängt zu versuchen deinen Namen zu sagen und die Farben gebärdet und sie das Lauten beginnt. Wenn ein Kind, das regelrecht Panik vor Toilettenräumen hatte auf einmal im Pferdegalopp und lautem Lachen mit dir zur Toilette rennt. Wenn ein Kind sich freut, weil es mutig war und weil es weiß, du bist da und freust dich mit ihm. Wenn ein Kind nach einem schwierigen Moment in deine Arme fällt und sich sicher fühlt.
Und wenn du zurückblickst und du siehst, die Kids sind nicht mehr die kleinen Erstklässler bei denen du nach 3 Wochen dachtest: das schaffe ich nie im Leben bis zum Ende des Schuljahres! Und nun sitzt du 2 1/2 Jahre später neben ihnen, hast gemeinsam Stürme durchgestanden und gemeinsam gestrahlt und hoffst, dass sie wissen wie stolz du auf sie bist.
23/10/2025
Kinderhände
Sie halten dich. Sie führen dich. Sie verbinden.
Ich laufe neben dir. Komplett verloren im
Gedankenkarussell, als ich spüre wie sich deine kleine warme Hand in meine schiebt. Mein Karussell stoppt und ich blicke dich an. Atme tief ein.
Wie oft hat mich deine Hand in den letzten Wochen gehalten und mir Kraft gegeben.
Ich sitze in der Schule. Das Karussell dreht sich weiter. Ich blicke auf meine Hand, die kurz zuvor noch von deiner gehalten wurde und denke darüber nach, wie viele Hände ich am Tag halten darf und wie es immer diese Verbundenheit mit sich bringt. Denke darüber nach, dass Hände so oft der Schlüssel zu Ruhe, Vertrautheit und zu Gefühlen ist. Erinnere mich, wie das Streichen seiner Finger meinen besonderen Schützling aus seinen Stürmen brachte. Erinnere mich, wie ein anderer Schützling zu weinen aufhört, wenn ich seine Handflächen mit einer Babybürste abbürste…
Dann denke ich wieder an das warme Gefühl vom Morgen als du meine Hand nahmst. Atme tief ein und spüre große Vorfreude darauf wieder deine Hand zu halten 🤍
Kleiner reminder an euch: haltet wieder öfter Händchen! Tut gut!!! 🫱🏾🫲🏼
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