TEMC
22/04/2026
Schon fast etwas off-topic, aber heute muss ich mal was in eigener Sache loswerden.
So wie auf dem Bild treffen wir im Rettungs-/Sanitätsdienst bei Veranstaltungen regelmässig PatientInnen an. Meist alkoholisiert, oft auch i.V.m. Drogenkonsum. Oft in Begleitung von «Freunden», und um diese geht es mir heute. Denn es gibt solche und solche…
Die einen «Freunde» überlassen den Patienten einfach uns und werden nicht mehr gesehen. Sätze wie «ich feiere dann mal weiter", "Ihr schafft das schon» u.ä. sind nicht unüblich.
Und dann gibt es diejenigen, die doch tatsächlich mit uns und dem Patienten auf die SanHist kommen, Händchen halten, geduldig warten, für den anderen da sind, uns Auskunft geben und vielleicht sogar behilflich sind. Dabei verzichten sie – teilweise gänzlich – auf die geplante Party, die geliebte Musik und das geplante Feiern.
Erst kürzlich haben wir erlebt, dass ein Patient nach einer strengen Arbeitswoche und (am Tag der Party) zu wenig Essen und Trinken eine vasovagale Synkope nach leichten Alkoholkonsum erlitten hat. Alle (!) seine drei Kollegen haben mangels Platz in der SanHist draussen auf einer Sitzbank gewartet. Chapeau!
Während ich Erstgenannte zutiefst verabscheue, bewundere ich die wirklichen Freunde. Nur wenn die K***e am Dampfen ist, weiss man, auf wen man sich wirklich verlassen kann!
In diesem Sinne:
viel Vergnügen auf der nächsten Party, aber bitte mit den richtigen Freunden!
stay safe & watch your six!
15/04/2026
Hypothermie in maritimen Lagen gehört zu den häufigsten und zugleich unterschätzten Gefahren im Einsatz. Bereits bei Wassertemperaturen unter 20 °C kann es innerhalb von 30–60 Minuten zur Bewusstlosigkeit kommen.
Unmittelbar nach dem Eintauchen (sog. Immersion) tritt der „Cold Shock“ auf: initialer schneller Atemzug («Luft schnappen») bis hin zur unkontrollierten Atmung, Tachykardie und Stressreaktion. In der Folge sinkt die Körperkerntemperatur kontinuierlich, die zur peripheren Vasokonstriktion, erhöhter kardialer Arbeit und damit einem erhöhten myokardialen Sauerstoffverbrauch führt. Es kann zu Herzrhythmusstörungen kommen, die wiederum in Synkopen bis zum Herzstillstand resultieren können. Schon bei milder Hypothermie verschlechtern sich bedingt durch die sog. Kältelähmung Koordination und Entscheidungsfähigkeit erheblich – Selbstrettung wird schnell unmöglich.
Ein Absinken der Körperkerntemperatur beginnt ab einer Immersion von über 30 Minuten, wobei diese abhängig ist von der Kondition, Konstitution, Isolierung durch Kleidung, Wassertemperatur sowie Strömungs- und Windbedingungen.
Besondere Risiken im maritimen Umfeld:
• Afterdrop – weiteres Absinken der Kerntemperatur nach der Rettung
• Rescue Collapse – Kreislaufkollaps durch Lageveränderung und Stressabfall
Einsatzrelevante Massnahmen:
• schonende, möglichst horizontale Rettung
• PatientIn ruhig halten – keine unnötige Bewegung
• nasse oder durchfeuchtete Kleidung entfernen
• konsequenter Wärmeerhalt (Isolation, Rettungs-, Wärmedecken)
• Vorsicht bei Manipulation (erhöhtes Arrhythmierisiko)
• Sichtschutz bitte nicht vergessen
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